Alfred Adler
* 7. Februar 1870 in Rudolfsheim bei Wien, †28. Mai 1937 in Aberdeen/Schottland (Arzt und Psychotherapeut) und der Begründer der Individualpsychologie.

Alfred Adler wurde als 2. Kind von insgesammt 6 (4 Jungen/ 2 Maedchen) geboren. Sein Vater, Leopold Adler war ein kleiner Getreidekaufman in Wien. Adler hatte eine Organminderwertigkeit, er litt an Rachitis und einem Stimmritzenkrampf beim Weinen. Als er 3 Jahre alt war starb neben ihm im Bett sein juengerer Bruder. Ein Jahr darauf erkrankte er an einer schweren Lungenentzuendug die ihm beinahe das leben kostete. Die entscheidung Artzt zu werden war gefaellt, und blieb ein leben lang bestehen.

Alfred war ein mittelmaessiger Schueler. Er war er in Mathe so schlecht dass er die 5. Klasse wiederholte und der Lehrer ihm rieht Schuster zu werden. Alfred lernte wie verbissen mathematische probleme zu loesen, bis er einmal vor die Klasse trat und den Lehrer mit seinem Wissen so schockte, dass er von da an zu den aller besten dieses Faches gehoerte.

In Wien studierte er anschliessend Medizien, nahm aber nebenbei an Psychologie und Philosoghie Kursen teil. 1895 bestand er sein Examen und arbeitete im Krankenhaus und an der Polyklinik.

Während des Studiums traf er in einer sozialistischen Studentengruppe Raissa Timofeyevna Epstein, eine Russin, die in Zürich und Wien studierte. Sie heirateten 1897 in Moskau. Aus dieser Ehe stammen die vier Kinder Valentina, Alexandra, Kurt und Cornelia.

Er arbeitete zunächst als Augenarzt und eröffnete kurz darauf eine Praxis für Allgemeinmedizin nahe dem Wiener Prater – einer Gegend, in der seine Patienten in ärmlichen Verhältnissen lebten, was ihn in seinen Ansichten über die Notwendigkeit einer sozialmedizinischen Betreuung der Wiener Bevölkerung bestärkte.

1902 trat er dem Freudschen Diskussionszirkel „Mittwochsgesellschaft“ bei, und wurde Mittglied der Psychoanalytischen Zeitschrift unter Sigmund Freud. Er entwickelte jedoch schon bald eine von der Psychoanalyse abweichende, eigenständige Lehre. Er sah den Menschen nicht von Trieben bestimmt, sondern als freies Wesen, das die kulturellen Aufgaben lösen muss, die ihm das Leben stellt. Diese Gegensätze konnten immer weniger überbrückt werden, und so kam es 1911 zum Bruch mit Freud.
In seiner 1907 publizierten Studie über Minderwertigkeit von Organen legte Adler seinen eigenen Standpunkt und seine neuen Ideen dar und begründete damit die Schule der Individualpsychologie. Er wies auf den Zusammenhang zwischen der Organminderwertigkeit und deren körperlichen und psychischen Kompensation undÜberkompensation hin. Nach dem Bruch mit Freud gründete Adler eine eigene Gesellschaft für freie Psychoanalyse, den späteren Verein für Individualpsychologie. Seine Lehre bezeichnete er als Individualpsychologie., weil er in seiner Arztpraxis feststellte, dass jeder Patient als Unwiederholbar-Einmaliges, als Individuum und als Ganzheit körperlich zu behandeln und psychisch zu verstehen ist.
Adler formulierte die Grundzüge seiner Lehre in seinem theoretischen Hauptwerk Über den nervösen Charakter (1912), in dem er die Normalpsychologie und die Psychopathologie in einem Konzept vereinigte. Mit diesem Buch schaffte die Individualpsychologie in der Fachliteratur den Durchbruch als Alternative zur Psychoanalyse. Im 1913 erschienenen Buch Heilen und Bilden. Ein Buch der Erziehungskunst für Ärzte und Pädagogen. stellten Adler und seine Schüler die Entwicklung der Individualpsychologie. in der

 Erziehungsarbeit dar. 1914 kam es zur Gründung der „Internationalen Zeitschrift für Individualpsychologie“.
Der Erste Weltkrieg brachte einen ersten Unterbruch in der Entwicklung der Individualpsychologie. Adler arbeitete von 1914–16 als Militärarzt in Krakau, Brünn und Wien.

 Adler wollte eine lebensnahe Psychologie schaffen, die dem Menschen ermöglicht, seine Mitmenschen aus deren jeweils individuellen Lebensgeschichte heraus zu verstehen. Seine ab 1920 bewusst im schlichten Stil gehaltenen Bücher und seine Vorträge sollten seine Psychologie jedermann zugänglich und zum Allgemeingut machen. In den zwanziger Jahren hielt er eine Reihe von Vorlesungen an der Volkshochschule in Wien, die er 1927 unter dem Titel Menschenkenntnis veröffentlichte.

Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen war eine Blütezeit der Individualpsychologie. Im Rahmen der Wiener Schulreform konnten Adler und seine Mitarbeiter rund dreißig Erziehungsberatungsstellen in Wien eröffnen. 1920 wurde Adler Direktor der ersten Klinik für Kinderpsychologie in Wien. Ins gleiche Jahr fällt auch seine Lehrtätigkeit am Pädagogium der Stadt Wien. Mit der Publikation Praxis und Theorie der Individualpsychologie (1920), die Vorträge zur Einführung in die Psychotherapie für Ärzte, Psychologen und Lehrer umfasste, begann Adler, seine Theorie detaillierter darzustellen.

Von 1926 an besuchte Adler regelmäßig die USA, wo seine optimistische Lehre vom Menschen als soziales Wesen außerordentliche Popularitäterlangte. Anfang der 30er Jahre war Adler einer der bekanntesten Psychologen der westlichen Welt. An dem von Arthur Kronfeld in Berlin organisierten großen und zugleich letzten 5. Internationalen Kongress für Individualpsychologie sollen über 2.000 Personen teilgenommen haben.

Zur Stärkung und zum besseren Verständnis der Erziehungsprophylaxe publizierte Adler 1929 die Individualpsychologie in der Schule und 1930 Die Seele des schwererziehbaren Kindes. 1933 legt Adler in seinem Spätwerk Der Sinn des Lebens seine philosophische Grundposition dar. Der Sinn des Lebens sei ein entwickeltes Gemeinschaftsgefühl zur Lösung der Lebensfragen, ein Vollkommenheitsstreben zu einer idealen Gesellschaft.

Angesichts der bedrohlichen Zustände in Europa übersiedelte Adler 1934 nach den USA. Er hatte schon seit 1926 eine Gastprofessur an der Columbia University und seit 1932 am Long Island College inne. 1935 erschien erstmals das in englischer Sprache verfasste International Journal of Individual Psychology. Er unternahm immer noch Vortragsreisen nach Europa. Auf einer solchen Reise verstarb er am 28. Mai 1937 in Aberdeen(Schottland) im Alter von 67 Jahren an Herzversagen.

 

Primärliteratur

  • Alfred Adlers Individualpsychologie. Eine systematische Darstellung seiner Lehre in Auszügen aus seinen Schriften Herausgegeben und bearbeitet von Heinz L. Ansbacher und Rowena R. Ansbacher 1956, Reinhardt Verlag München/Basel 1982
  • Gesundheitsbuch für das Schneidergewerbe, Carl Heymanns Verlag, Berlin 1898
  • Studie über die Minderwertigkeit der Organe 1907
  • Zur Kritik der Freudschen Sexualtheorie des Seelenlebens 1911
  • Über den nervösen Charakter (Hauptwerk) 1912, Fischer Taschenbuch 1972
  • Heilen und Bilden 1914, Fischer Taschenbuch 1973
  • Die andere Seite. Eine massenpsychologische Studie über die Schuld des Volkes, Verlag Leopold Heidrich, Wien 1919
  • Praxis und Theorie der Individualpsychologie 1920, Fischer Taschenbuch, ISBN 3596262364
  • Menschenkenntnis, 1927, Fischer Taschenbuch, ISBN 3-596-26080-9
  • Die Technik der Individualpsychologie. Erster Teil: Die Kunst, eine Lebens- und Krankengeschichte zu lesen 1928/1930, Fischer Taschenbuch,ISBN 3596262607
  • Individualpsychologie und Schule 1929, Fischer Taschenbuch 1973
  • Lebenskenntnis 1929, Fischer Taschenbuch 1978, ISBN 3596263921
  • Neurosen. Fallstudien. Zur Diagnose und Behandlung 1929, Fischer Taschenbuch, ISBN 3596267358
  • Die Technik der Individualpsychologie. Zweiter Teil: Die Seele des schwererziehbaren Kindes 1930, Fischer Taschenbuch 1974
  • Das Leben gestalten – Vom Umgang mit Sorgenkindern 1939, Fischer Taschenbuch 1979
  • Das Problem der Homosexualität und sexueller Perversionen 1930, Fischer Taschenbuch 1977
  • Wozu Leben wir? 1931, Fischer Taschenbuch 1979, ISBN 3596267080
  • Der Sinn des Lebens 1933, Fischer Taschenbuch, ISBN 3-596-26179-1
  • Religion und Individualpsychologie, 1933
  • Lebensprobleme. Vorträge und Aufsätze 1937, Fischer Taschenbuch 1994, ISBN 3596117186

1. was versteht Alfred Adler unter „Individualpsychologie“?

Die Individualpsychologie ist die Psychologie des Einzelnen unteilbaren Menschen, des Individuums.  Der Mensch wird als Ganzheit und Einheit gesehen.  Jede Äußerung muss auf die Gesamtpersönlichkeit bezogen werden.  Dabei ist es wichtig zu verstehen das sich jeder Menschen von einer Minus-Situation zu einer Plus-Situation bewegt. Das Menschliche Seelenleben ist also durch ein Ziel bestimmt.  Jede Bewegung ist auf dieses Ziel gerichtet und kennt man dieses, so kann man sich dadurch seine Bewegung erklären.  In dem Streben nach diesem Ziel entwickeln sich aber auch die Charakterzüge des Menschen.  Adler behauptet, das nur Anlagen aber keine festen Charakterzüge vererbt werden.  Die Umgebung hat einen Wichtigen, aber nicht entscheidenden Einfluss auf den Menschen.  Der Mensch ist also kein Produkt von Vererbung und Umgebung.  Er nimmt sich hieraus nur seine Bausteine, um seiner eigenen schöpferischen Kraft seinen Lebensstiel aufzubauen, oder such seine Einheit zu formen.  Dieser Lebensstiel ist das Einmalige, Einzigartige eines Menschen das ihn von allen anderen Unterscheidet.
Er formt sich in den ersten vier bis fünf Lebensjahren und verändert sich danach nicht mehr wesentlich, außer durch psychologische Einsicht.
Auch eine scheinbar gespaltene Persönlichkeit hat einen einheitlichen Lebensstil.  Es ist meist nur so das ein Fehler im Kindheitsalter gespeichert wurde und so die irrtümliche Meinung bestehen blieb.  Wichtig ist, das es zur Einsicht kommt und sie den Lebensstil ändern kann.

2. Individuelle Zielsetzung erforschen

Um einen Menschen nun zu erforschen gibt es mehrere Wege:

2.1. Erste Kindheitserlebnisse

Von der Anschauung ausgehend, das sie Ersten fünf Lebensjahre einenes Kindes für den späteren Lebensstil entscheidend sind, erscheinen erste Erinnerungen aus dieser Zeit, als wertvolle Schlüssel.
Wir müssen dabei den tieferen Sinn erraten, der hinter der Erinnerung steckt.
Gedanken und Gefühle müssen dabei nachempfunden werden werden und die Handlung Ergänzen.
Auch anzuwenden in der Schule (vom Lehrer), Berufsberater…

Oftmals gehen fruehzeitliche Erinnerungen mit bekannten Fotos und Erzahlungen einher und es faellt schwer hier zu unterscheiden, oder Zeitfenster sind schlecht festzulegen. Moeglicher weisse gibt es Erinnerungen an Situationen die erfolgreich gemeistert wurden und die einem im gesammten weiteren leben Selbstvertrauen und Staerke geben. Dabei ist der wahrheitsgehalt nicht umbedingt ausschlaggebend, sondern das Gefuehl das gespeichert wurde. Interresant sind aber auch Situationen die angst verursachten, oder das gefuehl des verlierens oder verloren seins. Moeglicher weise sind hier anhaltspunkte zu finden verhaltenschemen zu durchbrechen.

Meine eigenen Kindheitserlebnisse beziehen sich weniger auf mitmenschliche Situationen.  Kurz vor meinem 3.Lebensjahr zogen wir um, damit faellt es leicht Erinnerungen Zeitlich festzulegen.

In meiner fruesten Erinnerungen schaue ich aus dem Dachfenster unter dem mein Kinderbett stand. Dabei begleitet mich ein positives Gefuehl, zwischen Sehnsucht und Neugierde.

Eine andere Erinnerung ist noch tiefer und emotional staerker belegt. Sie bezieht sich auf ein Gebaeude das sich in unserem Dorf befand.  Dieses Haus war nicht nur Schauplatz vieler Traeume, ich verbinde mit ihm auch ein bestimmtes Lied.  Am staerksten ist die Errinerung begleitet von dem Gefuehl von Abernteuer, Aufregung und Leben schlecht hin, aber auch geborgenheit und sicherheit. (so stellte ich mir Jahre lang vor mich in diesem Haus zu befinden wenn es regnete oder donnerte und fuehlte mich sehr wohl).  Ich glaube nicht das ich jemals in diesem Haus war, oder die Besitzer kannte.  Die Allee die zu ihm fuerte und der herrschaftliche Eindruck mag mich beeindruckt haben. Erst etliche Jahre nach dem Umzug erkannte ich bei Besuchen in meinem alten Dorf das dies das Haus aus meinen Traeumen ist.

Kurz vor meinem 3. Lebensjahr bauten wir unser eigenes Haus. Ich errinnere mich genau an das labyrint an weissen Waenden und das Gefuel der Freude und Aufregung war ueberwaeltigend.

Gebaeude haben mich immer faszieniert und ich kann mir kaum einen schoeneren Beruf als den des Architekten vorstellen. Trotzdam hat es lange gedauert bis ich den Mut fand meine eigenen Wuensche zu arbeiten und sie umzusetzen. Aber auch der drang zu Reisen und das Erforschen ist nach wie vor ungebrochen.

2.2. Stellung in der Geschwisterreihe

Dazu bitte die Beilage „Geschwisterreihe“ beachten.

2.3. der Traum

Träume sind unumstößlich Spiegel unserer Psyche.
Besonders, wenn wir von ihnen aufgeweckt werden (sie also extreme Gefühle in uns auslösen).
Diese Stimmungen, die sie bei uns hinterlassen, geben Auskunft über unsere Gefühle.
Träume, auch Tagträume geben uns Impulse und decken in uns selbst etwas auf, was wir in unserem durch den Kopf gesteuerten Alltag übersehen hätten.

3. der Minderwertigkeitskomplex

Mensch sein, heißt sich minderwertig zu fühlen. (nicht zu verwechseln mit dem Minderwertigkeitskomplex)
Jeder Fortschritt ist darauf zurückzuführen, das der Mensch danach strebt, sein Minderwertigkeitsgefühl zu überwinden.
Aus dem Gefühl der Unzulänglichkeit, der Unsicherheit erwächst ein Streben nach Vervollkommnung, nach Sicherheit.
Das Kind spürt seine Körperliche Unzulänglichkeit, was in ihm ein Minderwertigkeitsgefühl hervorruft.
Dieses Gefühl, spornt das Kind an, aufwärts zu streben.

Der Minderwertigkeitskomplex allerdings, spornt nicht an, sondern lässt uns unfähig werden die Lebensprobleme zu lösen.
Dieser Komplex entspringt aus drei Quellen.

3.1. Organminderwertigkeit

Organschädigung kann morphologische oder auch funktionelle Störungen als Ursache haben.
Wenn das Organ den Anforderungen nicht gerecht werden kann, so wirkt es sich nicht nur körperlich, sondern auch psychisch aus.
Der Mensch bekommt ein ganz eigenartiges Gepräge, das in der Folge zur Grundlage von Neurosen und Psychosen werden kann.
Das heißt, das Organminderwertigkeit ein Zeichen für nicht geglückte Kompensation, einer Falschen psychischen Einstellung ist.
Allerdings muss sich dieses nicht unbedingt Schädlich auswirken, sonder kann kompensiert werden und zu Höchstleistungen führen.
Gerade unter Schauspielern und Rednern findet man frühere Stotterer, oder „schönheitsfehler“ am Mund.
-Minderwertige Organe sind solche, die gegenüber den äußeren Anforderungen keine genügende Leistung zeigen.
-Dies kann sich Schädlich Auswirken, (nervöse Krankheiten) oder durch Kompensation zu Höchstleistungen führen.

Auch ist Adler der Meinung, das Krebs nicht Vererbt wird, sondern höchstens die Minderwertigkeit des Organs, welches später befallen wird.
Beispiele:
– Schlecht sehende Maler: Monet, Homer, Milton, Rossetti,
– Taube Komponisten/ Musiker: Smetana, Beethoven, Robert Franz
– Sprachschwierigkeiten: Demostenos, Goethe

Geiz und Mangelzustände sind oft zusammen vorzufinden. Viele Mangelempfindliche Menschen werden Köche.
Wie sich nun danach Organminderwertigkeit Auswirkt, hängt laut Adler von dem Grade des sozialen Interesses ab.
Nur bei einem Menschen, dessen Interesse für andere nicht von frühster Kindheit an entwickelt wurde, kann eine Organminderwertigkeit zum Minderwertigkeitskomplex führen.

3.2. Verzärtelung

Die Muter/Vater nimmt dem Jüngsten oder auch oft dem Einzelkind alle Aufgaben ab, so das es sich nicht richtig entwickeln kann. (Z.B. Gemeinschaftsgefühl )
Die Kinder lernen nicht zu Kooperieren. Es tritt oftmals bei schönen Gesunden Menschen auf, und hat meist Rücksichtslosigkeit zur Folge.
Während ein „normales“ Kind Mut, Tatkraft und Anpassungsfähigkeit entwickelt, zeigt sich bei Verzärtelung nur Private Intelligenz, oft Feigheit und Neigung zu Tricks.

Das Produkt:
Überempfindlichkeit, Mangel an Ausdauer, Ungeduld, Gier und starke Übererregbarkeit.
Viele verzärtelte Menschen gehen gut vorwärts, solange die Wege eben sind.
Bietet sich ihnen jedoch ein Hügel, so bleiben sie stehen, weil sie ja nicht gelernt haben, Schwierigkeiten zu Überwinden.
Da sie nicht wissen, das es sich nur um einen Mangel an Training handelt, glauben sie, das sie nicht Fähig dazu währen und entwickeln einen Minderwertigkeitskomplex.

3.3. Vernachlässigung

Häufig bei 1. Geborenen, wenn das 2. Kind folgt. Durch den erlebten Verlust sehen die Kinder ihre Welt als Feindlich an. (Besonders denjenigen, die nicht diesen Verlust erlebt haben, wird oftmals Hass entgegen gebracht).
Heimkinder müssen nicht unbedingt ein Minderwertigkeitsgefühl entwickeln, da sie immer die Möglichkeit hatten ihr Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln.
Unerwünschte Mädchen haben schnell einen Komplex, der durch Kompensation in die Männliche Rolle ausgeglichen wird.

4. Überlegenheitskomplex

Einige Menschen verstecken ihren Minderwertigkeitskomplex hinter einem Überlegenheitskomplex:
Er ist zu erkennen an Haltung, Charakter und Meinung von der eigenen übermenschlichen Gabe und Leistungsfähigkeit.
Übertriebene Ansprüche an sich selbst, und an andere, Eitelkeit (Oberflächlichkeit) unbedingtes Hervorheben (äußere Erscheinung), aus der Art fallendes Auftreten (äußerlich) sind Erkennungszeichen.
Dazu kommen: übertriebenes männliches Auftreten bei Frauen, weibliches bei Männern, Hochmut, Gefühlsüberschwang, Snobismus, Prahisucht, tyrannisches Wesen, Nörglersucht, Entwertungsverhalten, übertriebene Heroenkult oder und sich diesen anzuschließen, oder sich über Kranke, Schwache zu gebieten.
Ebenso Affektsteigerungen wie Zorn, Rachsucht, Trauer, Enthusiasmus, habituell schallendes Lachen, Weghören und Wegschauen beim Zusammentreffen mit anderen Menschen, lenken der Gespräche auf die eigene Person, habitueller Enthusiasmus ohne erkennbaren Anlass…
Diese Menschen sind oftmals gut im Berufsleben (erfolgreich), können aber keine Beziehungen aufrecht erhalten.
– streben nach Macht!(ohne je mit sich zufrieden sein zu können!)
– sie müssen sich selbst vor anderen und sich selbst beweisen.

Dabei Unterscheidet Adler 4 Typen:
– nicht überheblich, Löst seine Probleme zur allgemeinen Befriedigung
– will Herrschen, unterdrückt und benutzt andere dazu, setzt sie runter und sich selber rauf. Erhabenheit
– nehmender (größter Anteil) meist verzärtelte Menschen. Veranlassen andere für sich zu Handeln und gelangen so zu ihrer Überlegenheit.
– Vermeidet Entscheidungen, so kann er keine Fehler begehen ist immer Herr der Situation (vermeidend)

Stets handelt es sich beim Überlegenheitskomplex um die Form der Persönlichen Überlegenheit, nie der Sachlichen!
Manche Männer sind auf ihre Muskeln stolz, andere auf ihre Bildung oder Besitz und sehen Verachtungsvoll auf die anderen runter. Oft blicken sie auch auf Frauen herab.

5. Über die sogenannte Minderwertigkeit der Frau

Es gibt das schwache und das starke Geschlecht.
Frau sein= schwach-, minderwertig-, unter dem Mann sein.
Schon als kleines Kind bekommt man die Rollen auferlegt und die Werte
injiziert.
Auch heute noch werden Jungen dazu erzogen auf Mädchen herab zu kucken.
Der ärgste Tadel ist für sie als weibisch bezeichnet zu werden.
Der Mann macht seine Hilfsbereitschaft immer von der sexuellen Hingabe und Bereitschaft der Frau abhängig.
Dabei ist es kein Wunder das die Frau minderwertigkeitskomplexe bekommt.
Gesetze sind von Männern gemacht, höhere Berufe von ihnen besetzt. Dabei gilt es aus dem Teufelskreis auszubrechen und das hängt allein an den Frauen.

6. Kommentar

Wichtig ist hierbei die Quelle des minderwertigkeitskomplexes aufzudecken und zu der Einsicht zu gelangen, dass sie nicht durch ihre Kindheitssituation gezwungen waren diesen Komplex zu bekommen.
Die Änderung ihrer irrtümlichen Meinung vom Leben und schließlich das Training, Mut, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Mitmenschlichkeit zu entwickeln.

7. Die drei Lebensprobleme

7.1. Mitmenschlichkeit

Bei der Betrachtung eines Menschen sieht die Individualpsychologie diesen Menschen nie isoliert, sondern in seiner Bezogenheit zur Welt.
Nur in seiner Stellungnahme zur Umwelt enthüllt sich uns der Mensch.
Das heißt, in der Art, wie er die drei großen Lebensprobleme löst, können wir ihn verstehen.
Mitmenschlichkeit, Beruf, Liebe und die Ehe sind diese drei Fragen, die an jeden Menschen heran treten, mit denen sich jeder einzelne auseinander
setzen muss. Schon bei der Geburt beginnt die erste Zusammenarbeit. Wenn das Kind bei der Mutter trinkt, sieht Adler darin nicht den Sadistischen Akt wie viele andere (Freud), sondern die erste Kooperation: die gefüllte Brust kommt dem Kind entgegen. Die Mutter ermöglicht dem Kind damit sein Dasein. Es liegt in dem Händen der Mutter, das Gemeinschaftsgefüge des Kindes zu erwecken und zu fördern, oder zu erdrosseln.
Ihr Einfluss wirkt sich auf das ganze spätere Leben des Kindes aus. Durch die Mutter lernt das Kind zu Kooperieren.
Sie muss die Interessen auf den Vater, die Geschwister, auf Volk und Menschheit ausdehnen.
Oft ist der Mutter die Größe dieser Aufgabe gar nicht klar.
Vor Allendingen ist es Wichtig dem Kind Mut einzuflößen, damit es tapfer an die Bewältigung seiner Aufgabe im Leben herantritt.
Mitmenschlichkeit und Mut sind eng miteinander verbunden, da nur derjenige, der sich mit anderen Menschen verknüpft fühlt mutig seine Probleme bewältigen kann.
Menschen, die andere als feindselig ansehen, werden sich entweder ängstlich zurückziehen, oder feindliche Akte begehen, die nicht auf Mut zurückzuführen sind.

Vielen kann man schon ansehen, ob sie Mitmenschen sind oder nicht. Der feindliche oder abweisende Blick, der leere blick weisen auf mangelndes Interesse an anderen hin. Ebenso kann man durch die Art des Zuhörens den Mitmenschen erkennen. Manche hören nie zu, werden plötzlich schwerhörig bei unangenehmen Themen…
Auch die art des Sprechens, Hände zu Schüttelns und sich zu Bewegen zeigen die Kontaktfähigkeit des Anderen.
Für viele ist es auch leichter die ganze Welt zu Umarmen, als einen einzelnen.(Aufopferung in sozialer Arbeit)
Goethe, Prof. A. Einstein… verwendeten die Hälfte ihrer Zeit für andere.
Gewährleistet ist die volle Entwicklung des Menschlichen Körpers und Geistes am besten, wenn sich das Individuum in den Rahmen der idealen Gemeinschaft, die zu erstreben ist, einfügt als ein Spendender und Wirkender. Adler befürwortet also die sehende Einordnung. Es sollte so sein, dass jeder seine Fähigkeiten zu seinem Nutzen und zum Nutzen und Wohle aller Menschen entfalte.


7.2. Beruf

Am schwersten fällt es verzärtelten Kindern, eine Arbeit selbstständig auszuführen, denn sie sind immer in der Meinung aufgewachsen, dass ein anderer ihnen helfen müsse.
Das hinausschieben der Berufswahl, das Vortwährende wechseln der Berufe ohne etwas zu leisten, oder das Abbrechen vor der Prüfung z.B. durch Krankheit… lässt auf einen Minderwertigkeitskomplex schließen.
Auch Berufsfanatiker haben meist eine irrtümliche Meinung vom Leben.
Ihre Arbeit ist oft nur eine Flucht vor dem Lösen der Lebensprobleme.
Übergroßer Ergeiz versetzt viele Menschen in eine zu starke seelische Spannung und hemmt dadurch die volle Entwicklung ihres Könnens.
Nur wenn sie sachlich zu ihrer Arbeit eingestellt sind, können sie ihre Fähigkeiten voll entwickeln/entfalten.
Spiele sind auch in der Berufswahl ganz wichtig, weil sie im Gegensatz zum zwang der Arbeit uns die Neigung der Kinder verraten.
Es ist daher wichtig, das Eltern bereits früh darauf achten, ob das Kind eine ausgesprochene Neigung für einen Beruf hat und diesen weiter zu entwickeln trachtet.

Oft geben uns die Spiele der Kinder Anregungen.
Am schlimmsten ist es wenn Eltern ihre Kinder zu einem bestimmten Beruf zwingen, für den er gar keine Neigung hat.
In den meisten Fällen tritt dann ein schweres Versagen auf.
Es ist daher von größter Bedeutung, dass jeder Mensch den richtigen Platz im Getriebe der Menschheit einnimmt und den richtigen Beruf wählt, den er mit vollen Kräften ausfüllt.

7.3. Liebe und Ehe

Für Adler ist die Liebe eine Aufgabe für zwei Leute, die in der Ehe ihren Höhepunkt findet.
Jeder hat den Wunsch, dem anderen das Leben zu verschönern und reicher zu gestalten. Ein gegenseitiges geben und nehmen findet statt.
Liebe ist das schönste, höchste und Reichste, das ein Mensch dem anderen zu geben vermag.
Man liebt den Partner mehr als sich selbst, bejahrt ihn mit all seinen Fehlern.
Diese höchste form der Liebe kann nur von Mitmenschen erreicht werden, denn nur sie allein sind imstande, das Wohlergehen eines anderen vor ihr eigenes zustellen.
Es gibt allerdings kein anderes Rezept für eine Gute Eheführung. Das Lieben eines Menschen ist nur ein Ausdruck seiner Gesamtpersönlichkeit. Daher ist es Wichtig den eigenen Lebensstiel wie denn des Partners zu kennen.
(Schoppenhauers Abneigung gegen das Weibliche Geschlecht ist auf eine ihn verachtende Mutter zurückzuführen.
Überhaupt sind Frauen oftmals das Motiv für großes Unglück in der Literatur.
Diese jungen Männer und Frauen sind also nicht richtig für das Lebensproblem vorbereitet.
Frauen haben oftmals gelernt, niemals ihre sanften, zärtlichen Gefühle zu zeigen. Sie trainieren auf Distanz. Einige Menschen suchen dem Fehlerfreien Partner, jagen einem Pantom hinterher. Andere bevorzugen vergebende Personen, oder stürzen sich in rasante Liebesabenteuer. Es gibt viele Gründe warum so oder so gehandelt wird.
Es hat sich als Vorteil herausgestellt, wenn der Partner aus der gleichen Schicht kommt wie man selbst.
Ein ewiges Aufschauen lässt bei den tiefer gestellten Menschen druck entstehen der nicht lange ausgehalten werden kann.
Ein Trinker wird nicht plötzlich trocken, nur weil er aus dem Milieu heraus ist und eine tolle Frau hat.
Sein Trinken entsteht aus einem Minderwertigkeitskomplex, der durch einen Gesellschaftlichen aufstieg eher noch größer wird. So versucht dieser dann den anderen mit zu sich nach unten zuziehen.
Wichtig ist, ob der zukünftige Partner Freunde hat, und seinen Beruf schätzt. Weiterhin sollte man herausfinden, ob man mehr geliebt wird als er sich selbst.
Die Gleichwertigkeit, sowie der Wunsch ein ganzes Leben miteinander zu verbringen sind Voraussetzung.
Wichtig zum Schluss, Eifersucht ist kein Zeichen für Liebe, sondern für Egoismus- der Mensch gehört mir.

Irrtümliche Lösungen der Lebensprobleme:
– Schwererziehbarkeit
– Verbrechen
– Neurosen
– Männlicher Protest
– Homosexualität
– Sadismus
– Masochismus
– Fetischismus

Bei allen Formen ist das soziale Interesse unterentwickelt.

9. Web Linkes

Diagrammatische Darstellung der Stadien – Individualpsychologie

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Literaur

Studie über die Minderwertigkeit der Organe – 1907
Zur Kritik der Freudschen Sexualtheorie des Seelenlebens – 1911
Über den nervösen Charakter (Hauptwerk) – 1912
Heilen und Bilden – 1913
Praxis und Theorie der Individualpsychologie – 1920
Menschenkenntnis – 1927
Die Technik der Individualpsychologie – 1928/1930
Individualpsychologie und Schule – 1929
Die Seele des schwererziehbaren Kindes – 1930
Das Problem der Homosexualität – 1930
Der Sinn des Lebens – 1933
Religion und Individualpsychologie – 1933

Sekundärliteratur

Josef Rattner: Alfred Adler – Rowohlt Bildmonographie
Paul Roazen: Sigmund Freud und sein Kreis, Gustav Lübbe Verlag 1976